DIY Tilt-Objektiv

Schon lange war ich von den Effekten dieser Objektive begeistert. Der eigentliche Zweck, bei Architekturfotografie die Schärfeebene zu verschieben, hat mich eigentlich nie so wirklich interessiert. Das eigentlich Spannende sind die miniaturartigen Bilder. Schwer zu beschreiben, aber wenn ihr die Bilder seht, wisst ihr was ich meine.

Jetzt aber mal zum Objektiv:
Da so ein Objektiv gerne mal über 1300 Euro kostet, kam für mich der Kauf erst mal nicht in Frage. Auf einer Hochzeit sind da vielleicht fünf Bilder spannend anzuschauen, danach wird auch dieser Effekt eher langweilig. Also für fünf Bilder je Hochzeit sind mit 1300 Euro einfach zu viel.

Trotzdem wollte ich so ein Objektiv haben. Jetzt gings ans recherchieren. Zuerst kommt man dabei auf die Seite von Markus Keinath, der meiner Meinung nach das erste, wirklich brauchbare DIY Tilt-Objektiv baute. Funktioniert gut, muss aber auch etwas hübscher und vielleicht noch einen Tick professioneller gehen. Als ich dann die Bastelecke im DSLR-Forum durchstöberte, bin ich auf Thomas Bernd aufmerksam geworden. Er eröffnet hier gleich einen Post mit Link zu einer kompletten Anleitung zum Bau eines Objektives. Sieht gut aus, Ergebnisse sehen gut aus, Anleitung ist leicht zu verstehen, Material ist günstig – los geht’s!

Leider war der Einstieg nicht ganz so einfach wie gedacht. Das Objektiv war schnell besorgt, das Werkzeug zu organisieren hat etwa einen Tag gedauert, nur woher die in seiner Anleitung verwendeten schwenkbaren LED-Lichter kaufen? In Deutschland nicht mehr verfügbar. Nach etwa einem Tag googeln habe ich baugleiche Lampen, lieferbar aus einem Shop in den USA gefunden. Gleich mal sechs Stück bestellt (zwei benötigt man für den Bau eines Objektives). Nach etwa einer Woche waren die Lampen da.

Ab ans Basteln:
Ich bin von der Anleitung von Thomas Berndt kaum abgewichen. Bei dieser professionellen Umsetzung auch nicht nötig. Allerdings hatte ich keinen Kronenbohrer zur Verfügung. Da musste ich mir mit meinem Dremel helfen. Ich habe zum Bohren von den größeren Löchern einfach mehrere Löcher in Kreisform gebohrt und diese dann mit einem Schleifaufsatz verbunden. Vorteil ist, man kann zwischendurch immer wieder kontrollieren, ob das Objektiv schon passt.

Beim Verkleben der Teile habe ich, wie auch in der Anleitung beschrieben, die Teile in den Backofen gelegt. Anscheinend stimmt die Temperatureinstellung an meinem Ofen nicht. Nach etwa 10 Minuten hatte ich einen großen Plastikklumpen im Backofen liegen. Mist! :-(

Also nochmal das Ganze. Diesmal hat alles geklappt und ich konnte das Objektiv zum ersten Mal zusammenbauen. Die Konfiguration stellte sich als relativ kompliziert heraus. Um das Objektiv auf Unendlich einzustellen muss es relativ weit in die Kamera hineinragen. Gefahr hierbei ist eine Kollision des Spiegels der Spiegelreflex mit dem Objektiv. Ich habe das Objektiv trotzdem etwas weiter in die Kamera gesteckt. – Sicherheit ist doch langweilig! Hiermit habe ich mir dann eine überfeine Justage erspart. Ich kann jetzt einfach etwas am ‘Fokusring’ drehen und habe so schnell die Unendlicheinstellung erreicht.

Insgesamt funktioniert alles prima. Einziger Nachteil an meiner Konstruktion: Die Blende lässt sich nur sehr schwer verstellen und wenn sie einmal eingestellt ist, besteht immer die Gefahr, dass sich wieder etwas verstellt.

Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, auf der nächsten Hochzeit ein paar Bilder damit zu schießen und dem Brautpaar damit ein paar ungewöhnliche Fotos überreichen zu können, die in dieser Form kaum jemand bietet! Brautpaare im Raum um Paderborn können sich also freuen! Nochmal der link zum Kontakt und dem Portfolio Hochzeitsbilder! :D

Angehängt habe ich noch ein paar Beispielbilder und eine Momentaufnahme beim Basteln. Für keine 40,- Euro bin ich doch sehr zufrieden mit meinem DIY-Projekt.
Nächstes Projekt: DIY-Sunbounce. Das Gestell ist schon fast fertig!

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