Archive for the ‘Technik’ Category

DIY California Sunbounce

Juni 8th, 2011

Im Moment bin ich wohl im Eigenbaufieber! Gerade für Hochzeiten und besonders natürlich für die Hochzeitsportraits eigenen sich die California Sunbounces sehr gut. Es sind eigentlich immer Leute aufzutreiben, die den Reflektor entsprechend halten. Eine große Instruierung ist eigentlich nie nötig und im Normalfall hab ich auf Hochzeiten meine persönliche Assistentin mit dabei! Der Sunbounce [...]

Schlagwörter: , , , , , ,
Posted in: Photos, Technik
Expand Close
| 2 Comments | See Full Post
 

Im Moment bin ich wohl im Eigenbaufieber! Gerade für Hochzeiten und besonders natürlich für die Hochzeitsportraits eigenen sich die California Sunbounces sehr gut. Es sind eigentlich immer Leute aufzutreiben, die den Reflektor entsprechend halten. Eine große Instruierung ist eigentlich nie nötig und im Normalfall hab ich auf Hochzeiten meine persönliche Assistentin mit dabei! :D

Der Sunbounce war hinterher komplizierter zu bauen, als ich eigentlich angenommen habe. Tatkräftige Unterstützung bekam ich von der Oma meiner Assistentin, gelernte Näherin bei Gerry Weber, und ihrem Vater, Schwerkonfektionär bei Wefa
in Paderborn.

Nach einigen Tagen Recherche, Rumrechnerei, Besuchen in Stoffläden, Nerven von Metallwarenverkäufern und einer Wartezeit von etwa einer Woche auf den Stoff konnte es dann losgehen!

Aus insgesamt 8,4 Meter Aluminiumstangen in der Stärke von 25*2mm wurde das Gestell gefertigt. 2,08 Meter für zwei Längsverstrebungen und dreimal ca. 1,4 Meter für die Querstangen. An den Längsstangen wurden jeweils drei 20*1 mm Alustangen angeschweißt. Eine genau mittig, die beiden Äußeren im Abstand von 25 cm nach außen. Dabei war darauf zu achten, dass diese kleineren Stangen (Länge ca. 10cm) auf genau einer Achse liegen.

Die drei Querstreben wurden an beiden Seiten etwas gebogen. Der Winkel beträgt etwa 15°. Der Knickpunkt befindet sich jeweils 25cm von der Außenkante entfernt.

Als Material benutze ich unbehandeltes Aluminium. Da man direkt nach dem Anfassen schmutzige Hände bekommt, mussten die Stangen noch lackiert werden. Ich entschied mich, in Anlehnung an das Original, für Silber-grau.

Damit war das Gestell schon fertig, wobei die Planung und Durchführung sich schon einige Stunden hinzog.

Nun ging es an den Stoff. Der Stoff der California Sunbounces ist leider sehr schwer zu bekommen. Hier musste ich auf ein alternatives Produkt ausweichen. Die Größe ist etwa 2*1,10 Meter. Leider an den Kanten abgerundet, aber hier half mir unsere Näherin sehr! Sie nähte mir an den Reflektor rundherum, mit Aussparungen für die Querstreben, einen schwarzen Jerseystoff mit einer Lasche dran. Die Stoffbreite betrug etwa 12cm. An den vier Ecken wurde der Stoff an der Außenseite etwa halb zugenäht, damit man den Reflektor hinterher vernünftig bespannen kann, ohne dass der Stoff einreißt.

Dann ging es ans Ausprobieren. Die Länge der Querstreben war etwa 8 cm zu lang. sicherheitshalber habe ich diese dann an beiden Seiten um etwa 3,5cm gekürzt. Wie sich später rausstellte war das noch etwa 0,5 cm zu viel.

Bei der Hochzeit von David und Melina war der Reflektor das erste Mal im Einsatz. Funktioniert super und hat auch dem leichten Wind gut standgehalten. Von den Ergebnissen bin ich sehr zufrieden!

Benutzt wurde:

8,4 Meter Aluminium Rundprofil in 25*2 mm
1 Meter Aluminium Rundprofil in 20 * 1 mm
Reflektorstoff von Calumet in ca. 2m * 1,10 m
Jerseystoff auf etwa 4 m Länge, dabei auf die Dehnrichtung achten

Metallsäge
Biegemaschine
Flex zum Kürzen und Entgraten
Nähmaschine

Viel Spaß beim Nachbauen! Hier noch ein Beispielbild von der Hochzeit von David und Melina. Weitere Ergebnisse dieser Hochzeit, welche mit Hilfe des Sunbounces entstanden, werden Anfang nächster Woche folgen. Wir haben viele Portraitfotos in der Nähe von Paderborn, genauer in Bad Lippspringe im Arminispark, gemacht! Schön war’s!

California Sunbounce Nachbau

California Sunbounce Nachbau

breaker

DIY Tilt-Objektiv

Mai 20th, 2011

Schon lange war ich von den Effekten dieser Objektive begeistert. Der eigentliche Zweck, bei Architekturfotografie die Schärfeebene zu verschieben, hat mich eigentlich nie so wirklich interessiert. Das eigentlich Spannende sind die miniaturartigen Bilder. Schwer zu beschreiben, aber wenn ihr die Bilder seht, wisst ihr was ich meine. Jetzt aber mal zum Objektiv: Da so ein [...]

Schlagwörter: , , , , , ,
Posted in: Technik
Expand Close
| No Comments | See Full Post
 

Schon lange war ich von den Effekten dieser Objektive begeistert. Der eigentliche Zweck, bei Architekturfotografie die Schärfeebene zu verschieben, hat mich eigentlich nie so wirklich interessiert. Das eigentlich Spannende sind die miniaturartigen Bilder. Schwer zu beschreiben, aber wenn ihr die Bilder seht, wisst ihr was ich meine.

Jetzt aber mal zum Objektiv:
Da so ein Objektiv gerne mal über 1300 Euro kostet, kam für mich der Kauf erst mal nicht in Frage. Auf einer Hochzeit sind da vielleicht fünf Bilder spannend anzuschauen, danach wird auch dieser Effekt eher langweilig. Also für fünf Bilder je Hochzeit sind mit 1300 Euro einfach zu viel.

Trotzdem wollte ich so ein Objektiv haben. Jetzt gings ans recherchieren. Zuerst kommt man dabei auf die Seite von Markus Keinath, der meiner Meinung nach das erste, wirklich brauchbare DIY Tilt-Objektiv baute. Funktioniert gut, muss aber auch etwas hübscher und vielleicht noch einen Tick professioneller gehen. Als ich dann die Bastelecke im DSLR-Forum durchstöberte, bin ich auf Thomas Bernd aufmerksam geworden. Er eröffnet hier gleich einen Post mit Link zu einer kompletten Anleitung zum Bau eines Objektives. Sieht gut aus, Ergebnisse sehen gut aus, Anleitung ist leicht zu verstehen, Material ist günstig – los geht’s!

Leider war der Einstieg nicht ganz so einfach wie gedacht. Das Objektiv war schnell besorgt, das Werkzeug zu organisieren hat etwa einen Tag gedauert, nur woher die in seiner Anleitung verwendeten schwenkbaren LED-Lichter kaufen? In Deutschland nicht mehr verfügbar. Nach etwa einem Tag googeln habe ich baugleiche Lampen, lieferbar aus einem Shop in den USA gefunden. Gleich mal sechs Stück bestellt (zwei benötigt man für den Bau eines Objektives). Nach etwa einer Woche waren die Lampen da.

Ab ans Basteln:
Ich bin von der Anleitung von Thomas Berndt kaum abgewichen. Bei dieser professionellen Umsetzung auch nicht nötig. Allerdings hatte ich keinen Kronenbohrer zur Verfügung. Da musste ich mir mit meinem Dremel helfen. Ich habe zum Bohren von den größeren Löchern einfach mehrere Löcher in Kreisform gebohrt und diese dann mit einem Schleifaufsatz verbunden. Vorteil ist, man kann zwischendurch immer wieder kontrollieren, ob das Objektiv schon passt.

Beim Verkleben der Teile habe ich, wie auch in der Anleitung beschrieben, die Teile in den Backofen gelegt. Anscheinend stimmt die Temperatureinstellung an meinem Ofen nicht. Nach etwa 10 Minuten hatte ich einen großen Plastikklumpen im Backofen liegen. Mist! :-(

Also nochmal das Ganze. Diesmal hat alles geklappt und ich konnte das Objektiv zum ersten Mal zusammenbauen. Die Konfiguration stellte sich als relativ kompliziert heraus. Um das Objektiv auf Unendlich einzustellen muss es relativ weit in die Kamera hineinragen. Gefahr hierbei ist eine Kollision des Spiegels der Spiegelreflex mit dem Objektiv. Ich habe das Objektiv trotzdem etwas weiter in die Kamera gesteckt. – Sicherheit ist doch langweilig! Hiermit habe ich mir dann eine überfeine Justage erspart. Ich kann jetzt einfach etwas am ‘Fokusring’ drehen und habe so schnell die Unendlicheinstellung erreicht.

Insgesamt funktioniert alles prima. Einziger Nachteil an meiner Konstruktion: Die Blende lässt sich nur sehr schwer verstellen und wenn sie einmal eingestellt ist, besteht immer die Gefahr, dass sich wieder etwas verstellt.

Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, auf der nächsten Hochzeit ein paar Bilder damit zu schießen und dem Brautpaar damit ein paar ungewöhnliche Fotos überreichen zu können, die in dieser Form kaum jemand bietet! Brautpaare im Raum um Paderborn können sich also freuen! Nochmal der link zum Kontakt und dem Portfolio Hochzeitsbilder! :D

Angehängt habe ich noch ein paar Beispielbilder und eine Momentaufnahme beim Basteln. Für keine 40,- Euro bin ich doch sehr zufrieden mit meinem DIY-Projekt.
Nächstes Projekt: DIY-Sunbounce. Das Gestell ist schon fast fertig!